Abzocke bei Kindern durch In-Game-Käufe

Wenn es nicht so perfide wäre, wäre das Ganze eine geradezu geniale Geschäftsidee. Die Einladungen zu den Online Games klingen aber auch absolut verlockend. Mit Sätzen wie: „Spielen Sie kostenlos“ werden arglose User zum Startbutton harmlos wirkender Spiele gelockt. Selbstverständlich werden auch und ganz besonders jüngere Spieler schnell in den Bann dieser Online-Games gezogen.

Es spielt gar keine Rolle, ob es das MovieStarPlanet ist oder ob es um Farmerama geht. Das Prinzip ist bei all diesen Games stets das selbe. Sie alle bieten eine einladend einfache Bedienung an, die jeder nahezu spontan und vollkommen intuitiv zu beherrschen lernt. Bevor die lustigen Melodien erklingen und das einfache aber einprägsame Spiel beginnen kann, ist eine kurze aber folgenschwere Registrierung nötig. Mittlerweile locken auch Soziale Netzwerke mit solchen „Gratisspielen“. Mit diesem Hintergrund nennen sie sich dann allerdings „Social Games“. Unter diesen Spielen finden sich so klangvolle Namen wie CityVille, FarmVille oder My Aquarium. Das was da als vermeintlich harm- und belangloser Spielspaß beginnt, kann dann sehr schnell und tief in den Geldbeutel gehen.

Prinzipiell bleiben Spiele dieser Art tatsächlich kostenlos. Währen des Spielverlaufs geht es auch nur um spielinternes Geld. Allerdings gibt es neben dieser Spielwährung auch noch andere Zahlungsmittel. So ist es beispielsweise möglich, sich durch den Zukauf von weiterem Spielgeld echte Vorteile zu erkaufen. Mit diesem Geld können dann besondere Ausrüstungsgegenstände, Werkzeuge, Waffen oder zusätzliche Kleidung für die Spielfigur erworben werden. Natürlich wird der Schwierigkeitsgrad immer größer, so dass man diese Gegenstände auch noch gerne kauft, um die nächste Aufgabe überhaupt schaffen zu können. Besonders Menschen, die ungeduldig sind oder echten Erfolgshunger haben, können dieser Versuchung kaum widerstehen und geben tatsächlich echtes Geld für die nächste Aufgabe aus.

Zu Beginn dieser Geschäfts- und Spielidee musste man früher noch seine Bankdaten eingeben und eine Einzugsermächtigung erteilen. Das war umständlich, hatte aber bereits große Einnahmeerfolge. Die Zahlungsmethoden sind zwischenzeitlich aber dramatisch und höchst wirksam vereinfacht worden. Die Kreditkarte wird hier schon lange nicht mehr benötigt. In vielen Läden gibt es mittlerweile sogar Prepaid-Karten, die für die unterschiedlichen Spiele genutzt werden können. Ist die Prepaid Karte „abgespielt“ sind weitere Geldmittel per Anruf oder SMS einsetzbar. Der so abgerufene Betrag wird dann einfach mit der nächsten Handyrechnung abgebucht. Der tatsächlichen Tragweite ihrer Kaufbestätigung sind sich vor allem die jugendlichen Nutzer und Kids nur selten bewusst und geraten so sehr schnell in die Kostenfalle.

In-Game-Käufe sind in fast jedem Spiel möglich und besonders jüngere Nutzer sind diesen Gefahren oft schutzlos ausgesetzt. Dennoch bringen die „richtigen“ Online Spiele viel Spaß mit sich – und zwar ohne Geld auszugeben. Eltern sollten ihre Kinder über das Problem aufklären und Käufe nur mit ihnen gemeinsam durchführen. So kann man die Kosten überwachen und möglichst gering halten.