Disney Infinity

Walter (Walt) Elias Disney legte stets Wert auf Innovatives. Inspiriert und motiviert durch ein bedeutsames frühes Erlebnis, war es immer sein Anliegen wunderschöne Figuren zu erschaffen und ihnen „Leben“ einzuhauchen. Würde er heute noch leben, würde auch er wahrscheinlich über das staunen, was aus der Disney´schen Erfinderwerkstatt gekommen ist.

„Disney Infinity“ ist die neue Spielwelt, die die digitalen Welten mit der Realwelt verbindet. Es gibt Sammelfiguren, die auf dem Bildschirm dank der Rechnerleistung der Konsole das Laufen lernen. Das kennen Sie schon? Kann sein, denn das Spielprinzip ist allem Anschein nach abgekupfert. Disney Infinity entstand offensichtlich unter der Patenschaft von „Skylanders“. Der Vorteil der Infinity Variante ist der, dass hier bekannte und beliebte Disney- und Pixar-Charaktere die Hauptdarsteller sind. In der Startpackung bekommt der Kunde die Sammelfiguren von Sulley, Mister Incredible und Captain Jack Sparrow mit. In der digitalen Welt sind die dazugehörigen Spielwelten („Playsets“) zu finden. Die Figuren werden auf die „Base“ gestellt. Das ist eine Plattform, die an die Konsole angeschlossen wird. Nur so erscheinen die Figuren auf dem Bildschirm und bekommen ihre digitale Identität.

Es ist die Kombination aus den Plastikhelden und dem Playset, die bestimmt in welchem der Filmabenteuer Sie landen: „Die Unglaublichen“, „Die Monster Uni“, „Cars“, „Lone Ranger“ oder „Pirates Of The Caribbean“. Dort angekommen, erhalten Sie von Missionsgebern Aufträge. Je nach Charakter des immerhin rund achtstündigen Filmabenteuers ist da der Spaßfaktor mal größer und mal weniger toll. Die Fans satter Action sind mit den Unglaublichen bestens bedient. Wenn Sie die gegnerischen Syndromes mit einer Superkombo besiegen, dann wackelt die ganze Welt. Da geht es in der eher knuffigen Monsterwelt doch charmanter und witziger zu. Rennfahrer Fans fühlen sich logischerweise in „Cars“ spontan wohl. Die Schießwütigen sollten in Lone Ranger ihre Welt finden. Das allerdings ist das anerkannt schwächste Spiel im gesamten Paket. Rollenspieler sind bei Jack Sparrow zu Hause. An einigen Stellen werden weitere Figuren benötigt. Die müssen dann tatsächlich dazu gekauft werden. Dieser Besuch im Spieleladen ist wirklich nicht billig. Die 17 Figuren kosten pro Stück 12 Euro. Jetzt lieber nicht nachrechnen. Darüber hinaus gibt es 30 Bonusmünzen zu kaufen, die die Charaktere verbessern, die Umgebungen verändern oder zusätzliche Pferde, Autos usw. mit ins Spiel bringen.

Die „Väter“ von „Disney Infinity“ haben sich ganz klar vom „Skylanders“-Sammelprinzip inspirieren lassen. Die Hauptgeschichte lässt sich natürlich mit dem Startpaket spielen, aber der gesamte Spielespaß erschließt sich erst durch den Kauf weiterer Figuren. Das kostet zweifellos viel Geld, lohnt sich aber. Bei aller Schönheit der Bilder hat „Skylanders“ graphisch klar die Nase vorn. Während „Skylanders“ ein spannendes „Diablo“ für Kids ist, erinnert „Disney Infinity“ doch eher an eine abwechslungsreiche Spielesammlung vom Familienabend. Die unschlagbare Größe von „Infinity“ ist klar ablesbar. Es sind die zahllosen Disney-Lizenzen. Die sind natürlich nach wie vor bei Alt und Jung beliebt und hoch im Kurs. Der Disney Konzern hat bereits weitere Spielwelten in Aussicht gestellt. Na klar gehört da die gute alte „Mickey Mouse“ noch immer dazu. „Ralph reicht’s“, „Phineas und Ferb“ sowie „Die Eiskönigin“ bilden das zu erwartende neue Spektrum der Spieleerweiterungen. Das wird ein heißer und teurer Spieleherbst.