Onlinespiele und Jugendschutz

Es spielt eigentlich keine Rolle in welche Generation man sich hineinversetzt. Eltern hatten es eigentlich noch nie leicht. Das galt gestern wie heute und wird morgen nicht anders sein. Durch die allgegenwärtige Präsenz der Massenmedien sind Kinder von heute in der Gefahr jugendgefährenden Inhalten schneller, früher und häufiger ausgesetzt zu werden, als jede andere Generation vor ihnen. Für die Eltern stellt sich dann oft die Frage (hoffentlich), ob und wie sie ihren Nachwuchs schützen können. Am Ende zählen Einfühlungsvermögen und Vertrauen …

Das Spiel mit echten Freunden in der digitalen Welt
Onlinespiele mit Mehrspielerprinzip zählen zweifellos zu diesen Bedrohungen der digitalen Neuzeit. Der eigentliche Spielspaß kommt wie im echten Leben erst durch die Interaktion mit Gegnern oder Freunden auf – und genau das motiviert nachhaltig und dauerhaft. Jugendliche (nicht nur die, aber eben auch die Jugendlichen) tauchen in eine Art Parallelwelt ein, in der die Mitspieler, wie einst die edlen Musketiere, aufeinander zählen und oft erst durch die Bildung von Allianzen im Spiel weiterkommen. Dieses Prinzip und der stetig steigende Zeitfaktor im Spielverlauf, geben der Diskussion über die Gefahren einer “Onlinespielsucht” immer wieder neue Nahrung.

Der steigende Zeitbedarf
Zu Beginn kann ein Spielneuling noch mit wenig Zeitaufwand den gewünschten Erfolg erleben. Zunächst steigt der Zeitbedarf bei Spielern, die erfolgreich bleiben wollen, unmerklich an. Doch nach wenigen Wochen explodiert der Zeitbedarf unvermittelt und wer erfolgreich am Ball bleiben will, glaubt mit aller Ernsthaftigkeit oft täglich mehrere Stunden dafür investieren zu müssen. Darunter leiden oftmals Schule und sportliche Betätigung.

Endlose Spielwelten
Ein Suchtpotenzial der besonderen Art geht von den kostenpflichtigen Rollenspielen, allen voran “World of Warcraft” (WoW), aus. Einmal gestartet läuft das Spiel dauerhaft und bestehende (“persistente”) Spielwelten setzen den Spieler unter Stress. Das Spiel ist sozusagen endlos. Die Spielwelt läuft auch nach dem Ausloggen des einzelnen Spielers noch weiter. „Passieren“ während seiner Abwesenheit wichtige Dinge, so kann er nicht reagieren. Das erklärt, warum es Spieler gibt, die partout nicht vom Bildschirm weg zu bekommen sind. Genau diese Bindung an ein Spiel kann besonders bei Kindern und Jugendlichen, die sich ja mitten im Prozess der Persönlichkeitsausbildung befinden oder über zu wenig Selbstdisziplin verfügen, sehr problematisch werden oder gar Schäden verursachen.

Die Alterskennzeichnung zieht hier nicht
Da es sich bei den Online-Casual Games und bei den kostenlosen Browsergames um Spiele geht, die man per Download aus dem Internet holt und nicht als CD im Handel kaufen kann, greift die Altersfreigabe durch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) hier nicht. Die Spiele haben keine Kennzeichnungen. Dementsprechend wichtig ist es, dass die Eltern wissen, was ihre Kinder spielen und dies vielleicht auch manches Mal gemeinsam tun, um sich in der Welt ihrer Kids besser auszukennen und frühzeitig bei Gefährdungen reagieren zu können. Glücklicherweise sind viele Onlinespiele eine gute Unterhaltung, trainieren die Konzentration, das logische Denken und die Nutzung des Internets.