Wie die Konsolen das Laufen lernten

Im Verlauf des letzten Jahres überholten die Umsätze der Spieleindustrie erstmals die von Hollywood. Plötzlich gehen Film und Spiel Hand in Hand. Es ist nicht mehr so ganz klar, wer da eigentlich wen zieht. Bei Fotos von Shrek, Spiderman und Co gibt es kaum mehr einen Unterschied, ob es aus einer Filmsequenz ist oder aus der Konsole kommt. Das war auch schon anders, ganz anders.

Ganz am Anfang sollten Computer gar nicht erst gebaut werden. Man ahnte, dass es in ganz Deutschland einen Markt für allenfalls 5 Computer geben würde. Und dann kamen so historische Namen wie Bill Gates und Steve Jobs, die der Computerwelt ihre Stempel aufdrückten. Wann immer es aus diesen Häusern Computer gab, gab es auch die Möglichkeit irgendein Spiel damit zu Spielen. Zunächst waren die natürlich stark textorientiert. Die Grafik war ja noch längst nicht soweit.

In den 1970er Jahren verließen die ersten Spiele den PC und liefen auf kleinen „Konsolen“. Die bestanden aus einem kleinen Apparat mit einem Wählknopf und zwei Handgeräten, die einen Drehknopf hatten. Damit war es möglich auf dem heimischen Fernsehgerät Tennis, Squash und Co zu spielen. Telespiele wurden sie genannt und brachten es auch tatsächlich bis ins Fernsehen in eine eigene Gameshow unter der Moderation des jungen Thomas Gottschalk. Diese Unterstützung verhalf den Telespielen zu einer raschen Verbreitung und einer rasanten Weiterentwicklung. Natürlich kamen bald der kultige Klempner, Hühner und sonstiges Getier in die Konsolen. In der Entwicklung der Technologien brachten sie bei aller Beliebtheit der Figuren aber noch keine große Bewegung.

Die mit Abstand feinste Nase hatte der heutige Alt- und Großmeister des Films, Georg Lucas. Ab 1978 revolutionierte das „Starwars Genie“ mit seiner Filmtrilogie das gesamte Genre nebst der Kinos. Schon Mitte der Achtziger Jahre begann er in die Entwicklung von Spielen für PCs und Konsolen zu investieren. Was immer Lucas anfasste, das vergoldete er quasi. Noch bevor das Jahrzehnt, in dem die Adventure Games richtig laufen lernten, zu Ende war, war Lucas’ Name nicht nur mit seinen legendären Blockbuster Erfolgsfilmen der Star-Wars- Saga und der rasanten Indiana-Jones-Reihe verbunden. Mit seiner FX-Firma für Film- und Digitaltricks Industrial Lights and Magic und der “LucasArts” war der Meister über einen bemerkenswert langen Zeitraum Trendsetter der Spieleszene.

Heute verschlingt die Entwicklung eines professionellen Spieles schon mal zehn Millionen Dollar und gerne auch mal mehr. Wenn dann alles gut läuft, werden damit im Verkauf Profitmargen eingefahren, von denen Hollywood träumt. Bei Parallelveröffentlichungen wie der „Matrix“ oder beim “Herr der Ringe” war das so, und bei den meisten Action-Spektakeln der Neuzeit wird das auch weiter so sein, dass die Grenzen in Qualität und Beliebtheit immer weiter verwischen. Aber auch bei eigenständigen Entwicklungen wie „FIFA“ etc. sind die Bilder von einer derart hohen Qualität, dass man meint, in einer Liveübertragung zu sein. Die „Macher“ moderner Flugsimulatoren sprechen bereits von 4D-Technik. Da wiegen sich im Landeanflug die Bäume im Wind. Das Laub weht, vom Wind getragen, dem Piloten ins Sichtfeld und anderes mehr. Die Games haben in den Konsolen wahrhaft das Laufen gelernt und bringen viel Spaß in die Kinder- und Wohnzimmer.